Henning von Berg — Fotografie

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Biografie

:: Der Akt-Architekt

 
 
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Im ellenlangen Stammbaum seiner Traditionsfamilie hat sich Henning von Berg auf ganz persönliche Art einen besonderen Platz verschafft: Er wird die jahrhundertealte Linie einfach beenden, weil er - obwohl einziger Sohn - eine Fortpflanzung schlichtweg strikt verweigert. Schon in den Studentenjahren engagiert sich der überzeugte Teamworker in einer Vielzahl gesellschaftspolitischer Emanzipationsprojekte. Er beginnt eine erfolgreiche Karriere als Planungsingenieur in einem Industriekonzern. Gleichzeitig zigeunert er an den Wochenenden ruhelos zwischen den Metropolen London, Paris und Amsterdam hin und her. Mit den von dort importierten Maßstäben setzt er dann zuhause in der Provinz tatkräftig weitere neue Ideen um. Im Laufe der Zeit befreit er sich immer mehr aus bürgerlichen Zwängen und findet seine wahre Berufung schließlich als freischaffender Autor, Produzent und Fotograf.

Nach 13 beruflich gesicherten Jahren als angestellter Ingenieur wechselt der 35-Jährige im Herbst 1996 nach Köln ins unsichere Leben eines Freiberuflers. Wenige Monate später macht er eines seiner vielen Hobbys, die Fotografie, zusehends zu seinem ernsthaften neuen Hauptberuf. Im Sommer 1997 organisiert der Autodidakt sein erstes großes Gruppen-Shooting mit immerhin 28 Beteiligten. Die Ausstellung "Factory Boyz" mit ungewöhnlichen Stillleben in unwirtlicher Industrielandschaft erregt sofort überregionales Aufsehen. Die eigenwillige Kombination von "Body & Building" führt zwangsläufig zum Titel "Akt-Architekt". Einer dieser ersten Schnappschüsse, das bizarre Bild "STAIRWAY" mit 13 Aktmodellen auf einer Industrietreppe, taucht bereits kurz darauf in zwei internationalen Bildbänden auf: "NAKED MEN - Neunzig weltberühmte Fotografen" (ISBN 3-8295-6833-9) sowie "EXPOSED NAKED MEN - A celebration of the male nude from 90 of the world's greatest photographers" (ISBN 1-85242-689-6). Nun hagelt es Anfragen von Redaktionen in Amerika und Australien. Sehr schnell wird der Autodidakt zu DEM Spezialisten für Gruppenbilder.

Als Co-Initiator des spektakulären Aktfoto-Projekts im Deutschen Bundestag gelingt HvB schließlich in 1999 der internationale Durchbruch als Fotograf. Im Team fotografiert er sechs Aktmodelle auf öffentlichen Berliner Straßen und sogar im Allerheiligsten der Republik, dem Deutschen Parlament. Auch eine Dekade nach der Wiedervereinigung hegen nämlich die meisten Nachbarstaaten noch Ressentiments gegen ein allzu übermächtiges Nachkriegs-Deutschland. Die spaßige Serie "Berlin Nackt - Liberale Hauptstadt" dokumentiert der schmunzelnden Weltöffentlichkeit augenzwinkernd die liberale Grundhaltung der modernen Demokratie in der Bundesrepublik. Die frechen Schnappschüsse gehen als "Reichstagslümmel" in die Pressegeschichte ein.

Auf Einladung einer renommierten Kunststiftung in Hollywood erhält von Berg daraufhin die Chance einer ersten Fotoausstellung in Amerika. Aufgrund des künstlerischen Erfolges entscheidet er sich, zukünftig regelmäßig während des Winterhalbjahrs die exotische Sonnenlandschaft Kaliforniens zu genießen. Unkonventionell kann der wissensdurstige Selfmademan hier Erfahrungen für seinen neuen Beruf sammeln: etliche bekannte Fotografen bitten den muskulösen Zwei-Metermann als Modell vor ihre Linsen. Parallel verbessert er durch Assistenz bei berühmten Fotokünstlern sein technisches Know-how hinter der eigenen Kamera. Bald wird er enger persönlicher Freund des deutsch-amerikanischen Meistermalers Salomé in Berlin und dem preisgekrönten britisch-amerikanischen Bestsellerautoren / Regisseurs / Malers Clive Barker in Los Angeles.

Als mittlerweile international anerkannter Lichtbildner hat er jetzt die Ehre, namhafte Ikonen der Fotografie zu treffen, wie beispielsweise Clifford Baker, Peter Berlin, Tom Bianchi, Michael Childers, Greg Day, Ed Freeman, Klaus Gerhard, Greg Gorman, David Hockney, Karl Lagerfeld, Reed Massengill, Will McBride, Helmut Newton, Francesco Scavullo, Arthur Tress, und viele andere mehr.

Die beiden Schwerpunkte seines Werkes liegen heutzutage erstens auf 'künstlerischem Akt mit sportlichen Körpern' und zweitens auf 'charaktervollen Portraits älterer Menschen' (70-108 Jahre). Dabei arbeitet HvB genauso gern mit weiblichen wie mit männlichen Modellen, am liebsten mit Amateuren. Er gilt als Spezialist für Außenaufnahmen mit natürlichem Licht. Bereits nach 6 Jahren kann Henning von Berg auf Hunderte Veröffentlichungen in allen fünf Kontinenten zurückblicken. Momentan sind HvB-Motive in 18 Compilation-Books (Sammelbänden mit verschiedenen Künstlern) enthalten. Als einer von ganz wenigen neueren deutschen Fotografen hat er sich auch in Übersee einen Namen machen können. Nach zahlreichen Ausstellungen in Galerien und Museen werden einige Werke jetzt sogar in namhaften Kunstauktionen gehandelt. Auf Einladung der internationalen Kunststiftung ToF-Foundation in L.A. wirkt er als Co-Kurator für Präsentationen in Museen. Zudem fungiert er mehrfach als Juror bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Mit dem Schwerpunkt "People Photography" produziert er mittlerweile für zahlreiche renommierte Geschäfte, Verlage, Agenturen sowie für Privatpersonen. Alljährlich spendet Henning von Berg einen beachtlichen Teil seiner Überschüsse nachweislich diversen Benefiz-Organisationen. Neben seinem Hauptwohnsitz Berlin pendelt der Kosmopolit abwechselnd zwischen Amsterdam und Los Angeles.

 
Text: Dr. Anja Bewersdorff, Los Angeles     Fotos: Marco, Suzanne de Brito-Schroeder, www.priapos.de
 

:: Biografische Daten